Zulassung läuft…

Bestellt habe ich meinen e-Golf am 13. Dezember 2017.

Nach langer Recherche über mögliche Alternativen habe ich mich an diesem Tag endgültig für die reine elektrische Variante entschieden. Die laufenden Kosten der Plug-In Variante als Golf GTE waren mir einfach zu hoch und die Technik dahinter zu kompliziert.

Unverbindlicher Liefertermin bei Vertragsabschluss war Juni 2018. Dieser wurde Mitte Februar auf September 2018 verschoben um dann nach schriftlicher Bestätigung durch Volkswagen nur drei Tage später sehr überraschend auf Anfang April 2018 (KW 14) festgelegt zu werden.

Die Spannung wächst mit jedem Tag. Mein e-Golf wurde am 3. April 2018, einen Tag nach Ostern, an meinen Berliner Händler geliefert. Schon am Gründonnerstag hatte ich den Versicherungsnachweis und die Wunschkennzeichen für die Zulassung beim Händler abgegeben. Der anvisierte Zulassungstermin sollte der 13. April 2018 sein.

Am 9. April habe ich den Händler aufgesucht, um die 3-jährige Werksgarantieverlängerung auf insgesamt 5 Jahre nachträglich in den Kaufvertrag aufzunehmen. Nach Auslieferung würde die Garantieverlängerung über 300 EUR mehr kosten.

Leider musste er mir mitteilen, dass es die Urlaubsvertretung versäumt hatte, den KFZ-Brief für den Wagen aus dem Depot anzufordern.

Da die Berliner Zulassungsbehörde chronisch überlastet ist, soll es es jetzt noch 14 weitere Tage dauern, bis ich den Wagen in Empfang nehmen kann.

Ladekarten

Ich habe den letzten Monat dazu genutzt, einige Ladekarten anzufordern.

Als erstes habe ich mir den „Schlüsselanhänger“ von dem Berliner Unternehmen Plugsurfing bestellt. Hiermit kann ich an unzähligen Berliner Wechselstrom-Ladesäulen der Firma be-mobil pauschal für aktuell 6 EUR laden. Die Verweildauer an diesen Ladesäulen ist von 8-18 Uhr auf 4 Stunden begrenzt und der e-Golf kann in dieser Zeit mit 7,2 kW nahezu vollladen.

Als zweites habe ich die Ladekarte von Vattenfall bestellt, mit der per kW/h abgerechnet werden kann. Die Karte ist aktuell immer noch nicht eingetroffen.

Als dritte Option habe ich die Autostrom-Karte von Maingau bestellt, welche mir nach 3 Tagen zugestellt wurde. Mit dieser Karte wird nach Minutentarif abgerechnet. Die Karte ist daher vor allem für Schnellladesäulen interessant.

Der Minutenpreis reduziert sich auf 40%, wenn man seinen häuslichen Stromanbieter zu Maingau Energie wechselt.

Warum elektrisch?

Ich möchte hier meine Beweggründe darlegen, warum ich mich für ein Elektrofahrzeug entschieden habe.

Ich bringe hier meine eigene persönliche subjektive Meinung zum Ausdruck!

Ich bin Jahrgang 1957 und war immer sehr technikbegeistert. Ich habe in meiner Jugend aber auch das Buch: „Die Grenzen des Wachtums“ gelesen oder den Film „Koyaanisqatsi“ gesehen. Hier wurde schon sehr früh über die Auswirkungen unserer Wachstumsgesellschaft berichtet.

Ich habe Nachrichtentechnik, Physik und Informatik studiert und später in der Robotertechnik gearbeitet. Dann im Fahrzeugbau im Bereich Steuerung von Komponenten und Kommunikation über CAN-Bus. Da mir das irgendwann zu öde wurde, habe ich mich noch mit der automatisierten Verarbeitung von Medien beschäftigt.

Meine täglichen Arbeitswege im Grossraum München waren mit bis zu 60 km immer recht lang und ich bin je nach Jahreszeit und Situation mal mit dem Auto oder dem öffentlich Nahverkehr gefahren.

Seit dem Jahr 2003 bin ich im Grossraum Berlin im Bereich Hausverwaltung tätig. Bis 2014 habe ich auch schwere körperliche Arbeit auf Baustellen geleistet, hauptsächlich im Bereich Installation der Elektrik und dem Anbringen von Fliesenspiegeln in Bad und Küche.

Eigentlich würde mir in meiner jetzigen beruflichen Situation der öffentliche Nahverkehr in Berlin völlig ausreichen. Da ich aber seit einigen Jahren auch Sportschütze bin und mit meinen Sportgeräten vom öffentlichen Nahverkehr ausgeschlossen bin, brauche ich einen fahrbaren Untersatz, mit dem ich die 42 km entfernte Sportanlage erreichen kann. Höchstgeschwindigkeit ist auf dieser Strecke 80 km/h.

Seit 2011 nutze ich einen Lupo 3L der auf diesen Stecken im Sommer tatsächlich nur 3 Liter Diesel auf 100 km verbraucht. Im Winter erhöht sich der Verbrauch auf 3,3 Liter. Ich fahre aber konsequent keine Kurzstrecken. Gehe also öfter zu Fuss oder fahre mit dem Fahrrad.

Der Lupo ist jetzt 17 Jahre alt und speziell die Kunststoffteile lösen sich überall auf. Auch musste ich schon einige Komponenten, wie z. Bsp. hintere Feststellbremsen, Bremsschscheiben vorne, Wischermotor und Getriebe-Druckspeicher erneuern. Querlenker und hintere Stossdämpferlagerung wären als nächstes fällig.

Die Umweltprämie für alternative Antriebe und die zeitgleiche Dieselabwrackprämie im Jahre 2017 hat mich dazu bewogen, Plug-In Hybride und reine Elektroautos genauer zu untersuchen.

Zur Auswahl stand Toyota, BMW und Volkswagen. Letztlich habe ich mich zwischen dem Modell Golf GTE und e-Golf entschieden. Die Fahrzeuge erscheinen recht teuer sind aber auch hervorragend ausgestattet. In Verbindung mit den Prämien sind sie nur wenig teurer, als vergleichbar ausgestattete Modelle mit reinem Verbrennungsmotor.

Der GTE war mir aber im laufenden Unterhalt zu teuer und in der Technik zu aufwändig. Die elektrische Reichweite hätte kaum für eine einfache Fahrt zu meinem Sportgelände gereicht. Ich hätte den Wagen also an jede verfügbare Steckdose anschliessen müssen oder den recht hohen Benzinverbrauch in Kauf nehmen müssen.

Beim e-Golf passt es für mich wesentlich besser. Die Reichweite reicht mindestens für zwei Trainingstage im Winter, im Sommer sogar für drei. Erst dann muss er wieder für 45 Minuten an den Gleichstrom-Schnelllader oder für 4 Stunden an den Wechselstromlader ganz in meiner Nähe. Im Moment arbeite ich an einer Lademöglichkeit auf unserem Eigentümerstellplatz, falls in Zukunft die Nachfrage nach freien Ladesäulen grösser als das Angebot ist.